Donnerstag, 14.04.2016

gringa on tour again

Zwar nicht als gringa, aber so in der Art...

 

22.04 - 08.05 - einmal durch Spanien, Portugal, Grossbritannien (!) und Nordafrika oder auch: wie man 12600 km in 2 Wochen zurücklegt und dabei nur 500 Euro ausgibt. 

 

https://goo.gl/maps/cY86UmRKq4L2

 

Nächte in Landessprachen, Gibraltar hinkt ;-) 

 

Etappe 1:  Karlsruhe Barcelona via Fernbus - 2 nochas 

Etappe 2: Barcelona - Sarria - via Zug Startpunkt Jakobsweg - 1 noche

Etappe 3: Sarria-Santiago de Compostela 120 Kilometer und 6 Tage Jakobsweg via Füße

Etappe 4: Santiago nach Porto via Tramping - 2 noites

Etappe 5: Porto nach Lissabon via Tramping - 1 noite

Etappe 6: Lissabon- Gibtraltar via Nachtzug - 2 nights

Etappe 7: Gibraltar - Tanger via Fähre - 1 saida / nuit

Etappe 8: Tanger - Madrid via Zug - 1 noche

Etappe 9: Madrid Barcelona Karlsruhe via Fernbus

 

to be continued, continuará, continuacó, a suivre .... hier auf diesem uralten Blog! ;-) 

Montag, 22.12.2014

viajando me enamoré de la vida - ¡Qué viva ECUADOR!

 Wer hätte gedacht, dass fast zweieinhalb  Monate  nach meiner Rückkehr tatsächlich noch ein Eintrag kommt ;-). Ich habe keine Ahnung wer das hier überhaupt noch lesen wird, deshalb mache ich es auch primär für mich und irgendwelche Leute aus dem Internet, die die Galapagosinseln mit dem Rucksack bereisen wollen. 

Zudem ist es ziemlich faszinierend das ganze nach zwei Monaten Einwirkzeit nochmal Revue passieren zu lassen. Manchmal kann ich nämlich wirklich nicht glauben, was genau ich da alles gemacht habe.

So - wir waren also beim Cotopaxi stehen geblieben. In der selben Nacht bin ich mit Javier (Gedächtnishilfe: der selbe Mann der mich zu Beginn der Reise am Flughafen abgeholt hat) zum Flughafen gefahren bzw. nur zum alten Flughafen und von dort aus selbständig mit dem Bus zum neuen Flughafen (war ja nun schon groß und kam allein in Ecuador zurecht :-)). Das war dann auch viel günstiger - 8 Dollar pro Weg für eine Stunde Innenstadtfahrt mit einem europäischen Komforbus.  Von dort aus bin ich dann ca. 2 Stunden mit AEROGAL und Zwischenlandung in Guyaquil auf die Galapagosinseln geflogen (kein schöner Flug - super viele Turbulenzen). 

Ich hatte zuvor bereits von Deutschland aus über solecu Tours (klare Empfehlung!) eine Galapagosreise für ca 1000 Euro gebucht für 6 Tage (billiger geht kaum bzw. nicht :-)) - der Flug hat mich dann nochmal extra 400 Euro gekostet. Dafür war im Preis schon alles mit inbegriffen (Vollpension- eigener Guide pro Insel - Tauchen). Bis auf Souvenirs und Trinkgeld. Ja .- und da ich ecuadorianische Festlandpreise gewohnt war, wartete hier shcon einmal der erste Schock auf mich .. 30% Trinkgeld sind wohl üblich. Eine Kugel Eis kostete 5 Dollar, dazu 2 Dollar Trinkgeld - 7 Dollar für eine Kugel Schokoeis...nungut. Da ich ja alles sonst bereits gezahlt hatte war mir das dann zu dem Zeitpunkt auch schnuppe. Möchte man Souvenirs kaufen, wird man allerdings arm. 

Ich bin also gelandet und habe erstmal mein Eis genossen, während ich auf mein Rucksack gewartet habe. Die Kofferzuteilung dauert trotz der wenigen Touristen super lange und da jeder erst einmal 150 Dollar zahlen muss, um die Insel überhaupt betreten zu dürfen, braucht das natürlich noch länger. Ich habe mich dann einmal umgeschaut und der Altersdurchschnitt lag bei ca. 60+ - kein Mensch in meinem Alter weit und breit, keine Rucksacktouristen :D Super ungewohnte Situation. Nun gut, endlich war mein Rucksack dran und wurde von oben bis unten (wie alle anderen Gepäckstücke) ausgeräumt und wieder eingeräumt. Dann durfte ich nach ca 1,5 h endlich los und habe schon von weitem meinen Guide gesehen. Bei ihm stand ein älteres Ehepaar - Schwaben! :D Wir sind dann mit einem Bus die Insel entlang gefahren (bin auf Santa Cruz gelandet) und mit einem Speedboat nochmal ca 2 Stunden nach Isabela weiter. Allein der Weg dahin war ATEMBERAUBEND (!!) - das kann man sich einfach nicht vorstellen. Keine Dokumentation über die Galapagosinseln kann diese Schönheit und Vielfalt wirklich verdeutlichen. Auf dem Weg zur Isla Isabela haben wir schon ziemlich viele Seelöwen gesehen. 

Auf Isabela angekommen wurde ich in mein erstes Hotel (von insgesamt 2- Hotel 1 : La Laguna) einquartiert und das Zimmer war einfach nur bombastisch (und ich habe die niedrigste Klasse gebucht). Es gab warme Luxusduschen, ein riesiges Bett, eine Minibar und von meinem Fenster aus konnte ich Flamingos sehen. Als es dann auch gleich Essen gab, waren meine Nerven total durch. Als Rucksacktourist, der 7 Wochen  auf kleinem Fuß gelebt hat, kann man erst einmal nicht glauben, was einem da vorgesetz wird. Es gab Hummer - 5 Gänge und das als Mittagsmenü. Dazu liefen südamerikanische Beats und die Seelöwen lagenvor der Tür. Die Hotels auf Galapagos sind alle sehr klein (keine riesigen Hotelanlagen) - was einfach nocheinmal verdeutlicht, dass es dort kaum Touristen gibt (ca. 150 000 im Jahr). Das verleiht dem ganzen wirklich Charm und abends muss man endlich mal überhaupt keine Angst haben alleine auf die Strasse zu gehen und am Strand entlag zu laufen. Es gibt überall Hängematten (meist jedoch vonn Seelöwen besetzt) und Strandbars (auch hier liegen überall Seelöwen auf den Bänken). Ein Cocktail kostet allerdings zwsichen 20-25 Dollar :D  Ich bin dann abends direkt durch die "Stadt" gelaufen (Isabela hat ca 2000 Einwohner) und das erste was mir auffiel waren die vielen Darwin Statuen - der wahre "Gott" auf Galapagos ist nämlich Darwin und somit die Evolution. Die Schulen sind alle super gut ausgebaut und gelehrt wird statt Religion Evolution. (<3). 

 

Hola Majestro - viva la evolucion

Am nächsten Tag ging dann der este von fünf Programmtagen los. Wir sind zur Insel North Seymor und danach das erste mal geschnorchelt. Zudem habe ich dort schon wirklich hochintressante Mitreisende getroffen - die meisten von ihnen hatten zwei Professortitel vor ihrem Namen. Die Guides waren auch von einem ganz anderen Schlag als die auf dem ecuadorianischen Festland. Englisch und (richtige!) lateinische Tierbezeichnungen waren nun die Regel. Man muss den Prof.Prof.Dr.Dr.Doktoren ja gerecht werden ;-) Wir haben viele Blaufußtölpel mit Babys gesehen und einige Frigattenvögel. Zudem noch mehr Seelöwen und Pinguin sowie viele Krebse. Wer die Tiere zu sehr bedrängt oder gar anfasst wird übrigens sofort von der Insel geschmissen und darf heimfahren ;-).  Als wir dann unsere Schnorelausrüstung bekamen war ich wirklich nicht mehr aufgeregt, ich war schon so gesättitgt, dass es einfach nichts mehr geben konnte, das das noch toppt. :-D Wir sind dann aber Auge in Auge mit den Seelöwen geschwommen und ich habe trotz Einwegkamera super gute Unterwasserfotos gemacht. Die Schildkröten kamen auch sehr nah und die Pinguine waren zwar etwas scheu, aber bis auf ca ein Meter Entfernung kamen auch sie an uns heran. Am Abend habe ich dann bei Flamingoausblick Cocktails aus Kokusnüssen genossen, dazu Oktupus... (falscher Film nach 7 Wochen Backpacking). Übrigens sehen Flamingos wunderschön aus, wenn sie fliegen! 

Ausblick vom Hotelzimmer 1    

Am nächsten Tag sind wir dann ins Hochland gefahren (Ich und ein neuer Guide der sich auf Riesenschildkröten spezialisiert hat). Wir haben wirklich ca 100 Schildkröten gesehen. Und keine von ihenen war scheu - die Menschen und Tiere leben dort so im Einklang, man kann es einfach nicht glauben. Es sah aus wie die Kulisse von Jurassic Parc - wunder wunder - schöne Tiere mit anmutigen Bewegungen. Dort saßen wir dann einfach stundenlang und haben Schilkröten beim Fressen beobachtet - weit und breit keine Menschenseele. Das war Entspannung pur.

 

Tag 3 war dann jedoch etwas anstrengender - eine siebenstündige Wanderung auf den Sierra Negra Vulkan (aktiver Hot Spot - letzter Ausbruch 2005) hat auf mich gewartet. Wir sind morgens um 6 Uhr los und es war wirklich ermüdend, v.a.. da die ersten 5 Stunden überall nur Nebel war. Als wir jedoch am Vulcano Chico waren hat sich all das gelohnt - ich hatte Tränen in den Augen, so unreal war diese Umgebung. So habe ich mir immer einen anderen Planeten vorgestellt, aber nicht die Erde - wirklcih atemberaubend. In meiner Gruppe war ein 89 jähriger Neurowissenschaftler aus NYC, der wirklich alles für den Aufstieg gegeben hat und dort oben dann auch vor Freude geweint hat - schöner Moment :-). 

Am vierten Tag hieß es dann endlich: TAUCHEN! Wir wurden mit der Ausrüstung vertraut gemacht und dann bin ich mit den zwei Schwaben vom Anfang tauchen gegangen. Ja, was soll ich dazu sagen? Das Wasser war super klar, die Seelöwen sind mit uns geschwommen und am Ende haben wir aus der Ferne sogar noch ein Walhaijunges gesehen und viele viele Stachelrochen. Das Tauchen war wirklich anstrengend und wir sind dann abends mit dem Speedboat zurück nach Santa Cruz in mein zweites Hotel. 

Am letzen Tag sind wir dann mit dem Fahrrad noch zur Darwin Research Station gefahren, wobei ich mir das spannender vorgestellt hatte (waren einfach nur Aufzuchtstatioenn für Schildkröten). Danach sind wir noch frische Langusten essen gegangen. 

 

        Fetti Seelöwen im Meer von oben fotografiert

 

Alles in Allem sind die Galapagosinseln ein Paradies, das wahrscheinlich nicht mehr lange so bestehen kann und vor dem eher unökologischen Massentourismus nur durch die hohen Preise geschützt wird. Das waren für mich (auch rückblickend betrachtet) die unvergesslichsten 6 Tage meines bisherigen Lebens. Auf dem Rückflug habe ich dann tatsächlich noch einen deutschen Rucksacktouristen in meinem Alter getroffen. 

Genau das ist auch mein Fazit für Ecuador. In meinen Augen gibt es kaum sinnvolleres, als Geld in Reisen und Erlebnisse zu investieren. Ich habe soviele bewegende Momente erlebt und soviele interessante Menschen getroffen. Die ersten Tage haben meine Zimmernachbarin und Ich uns in den Schlaf geweint, weil der Kulturschock so tief saß. Die Nächte darauf wollten wir nicht mehr schlafen, weil jede ecuadorianische Minute Gold wert war. Wenn ich jetzt hier in Deutschland sitze und in den Himmel schaue, dann denke ich immer daran, dass es auf der anderen Seite der Welt Menschen gibt, die mit mir ein Teil meines Weges gegangen sind. Allein dieses Gefühl war all die Mühe und Arbeit wert.

Im Gesamten hat Ecuador meine Erwartungen bei weitem (!) übertroffen und rückblickend betrachtet hat mir diese Erfahrung sehr viel für mein weiteres Leben gebracht.Dieses Land hat seinen Ruf von einem der vielfältigsten Länder der Erde absolut verdient. Ich hoffe, dass ich nun, nachdem ich endlich wieder wirklich angekommen bin, auch all das gelernte umsetzen kann. Das Stück ecuadorianische Mentalität, das nun in mir schlummert, hebt jedesmal geduldig den Zeigefinger, falls ich den Moment nicht zu schätzen weiß und wieder eingedeutscht im Kontext denken will. 

In dem Sinne....

DANKE an alle die mir diese Reise mit ermöglicht haben. DANKE an meine Eltern, die immer an mich geglaubt haben und mich mit jedem möglichen Cent unterstützt haben. DANKE an meine Freunde und die Menschen, die kurz vor der Abreise noch bei mir waren. Ihr habt mir einen meiner größten Lebensträume mit-erfüllt.

DANKE auch an meine ecuadorianischen Freunde, die mir pünktlich zum 26.11 ein riesiges Paket mit Kochbanenen und Chiffles geschickt haben- GRACIAS por todo mis hijas!!!! :-) 

 

 

 

 ¡VIAJAR ES LA UNICA COSA QUE COMPRAS Y TE HACE MAS RICO! 

 

CLARO - SE PUEDE :-)

Sandra 

Sonntag, 21.09.2014

Cotopaxi

Okay - hier ein ganz kurzer Eintrag :-)

 

Ich war auf dem Cotopaxi, leider nur bis 5200 Meter, dann konnte ich nicht mehr gehn und mir war schwarz vor Augen - also hat mich mein Guide zur Refuge Hütte zurückgetragen :-D

Mein Verhältnis zu den Guides ist hier immer super - die meisten können auch ein bisschen Deutsch und die besten Guides bekommen immer die blonden Gringas (gut für mich, da immer die besten Guides :-D).

   

 

Heute Nacht fliege ich auf die Galapagosinseln. Ja - so langsam bin ich gesättigt und weiß garnicht, was das alles noch toppen soll...

 

Ich möchte mich nochmal kurz zu Praktikawelten äußern. Die Organisation, mit der ich das ganze gebucht habe. Also - ich kann nur sagen, dass man - wenn man keine Zeit das zu organisieren hat - diese Organisation nutzen kann. Allerdings ist sie viel zu überteuert für den Support. Ich bin in Ecuador angekommen und habe niemals einen Praktikawelten-Mitarbeiter zu sehen bekommen. Ich hatte keine einzige englische Ansprechperson und ich konnte kein/kaum Spanisch. Ich hatte mich relativ schnell daran gewohnt, aber naja. Zudem ist die Gefahrenrate ziemlich hoch, da niemand kontrolliert wo man hingeht bzw. was man macht. Es gibt zwar Aktivitäten von der Sprachschule, allerdings sind die immer von externen und niemand bucht diese weil sie viel zu überteuert sind. Deshalb kümmert sich jeder um sich selbst und man lernt durch rumfragen bzw durch die ecuadorianischen Leute, die man kennenlernt. So habe ich beispielsweise durch meinen Chef und die Psychologen in meiner Arbeitsstelle super viel gelernt und sie haben mir sehr geholfen und auch Telefonate mit Reiseanbietern geführt, falls ich nicht mehr weiter wusste. Ich kann mir nicht vorstellen, was ich getan hätte, wenn ich in einem schlechten Projekt gelandet wäre. Da dies aber alles sehr wohlhabende und gebildete Leute waren, hatte ich wirklich sehr viel Glück. Auch was den Schutz in der Nacht anging. Das Busfahren war wohl das, was am gefährlichsten war, da ich jeden Tag allein Bus gefahren bin und auch allein durch das Slum gelaufen bin.

 

hasta pronto :-)

Sandra 

Mittwoch, 17.09.2014

I survived!

Zuerst war da Banos, dann der Äquator und dann die Küste - Ecuador ist wundervoll, dachte ich... aber dann kam der Dschungel. Das hat alles, was ich in meinem Leben jemals gesehen habe, übertroffen! Ich habe selten einen so schönen und naturbelassenen Ort auf Erden gesehen bzw. noch nie. Zuerst: ich habe die Reise in den Dschungel vor Ort gebucht, da es in Deutschland einfach das doppelte kostet. Es war trotzdem noch sehr teuer und ich habe 5 Jahre sparen müssen, um mir das alles zu leisten. Insgesamt habe ich für 4 Tage im Dschungel mit allem 1400 Euro gezahlt. 

Donnerstagnacht bin ich von Quito aus mit einem Bus ca 10 Stunden nach Lago Agrio gefahren. Hier ist schon das erste Maleur passiert. Ich bin wie sonst immer auch allein ins Taxi gestiegen (normalerweise war das nie ein Problem. Man steigt in das Taxi, frägt "cuenta costa" und verhandelt dann). Diesmal allerdings meinte der Taxifahrer entweder ich gebe ihm 20 Dollar oder er fährt nicht. Da ich unter Zeitdruck stand und keine Wahl hatte musste ich ihm also 20 Dollar geben. Das ist an sich nicht viel Geld für einen Europärer - allerdings hatte ich dann null Euro für den Dschungel - ich hatte weder eine Kreditkarte, noch ein Reisepass dabei, noch Geld. Das sollte kein Problem sein, da ja alles all inklusive gebucht war, ein bisschen mulmig war mir aber schon. Ich habe das alles daheim gelassen, weil im Bus super oft Überfälle stattfinden und man dann natürlich so wenig wie möglich dabei haben sollte. Nun gut von Lago Agrio sind wir dann um 6 Uhr morgens mit einem weiteren Bus 3 Stunden zur Cuyabenobrücke und von dort aus nochmal 3 Stunden mit einem motorisierten Kanu zu unserer Lodge. Insgesamt waren wir zu 4 - ich, ein älteres Ehepaar aus Mexiko (ca. 60 Jahre  alt) und eine Neuseeländerin. Unser Guide hat uns dann in der Lodge begrüßt (in der insgesamt 30 Leute gelebt haben). Mein Guide ist ein ursprünglicher Siona und im Dschungel geboren - er ist 25 Jahre alt und hat es als einziger von seinen 16 Geschwistern "gewagt", sich ein Leben in der Stadt aufzubauen und dem Dschunel den Rücken zu kehren. Seitdem ist er bilingualer Führer für Dschungeltouren zu den Siona. Am Ersten Abend sind wir dann gleich zur Lagune und haben rosa Süßwasserdelfine gesehen und viele Kaimane und Stachelrochen. Im selben Wasser haen wir dann auch gebadet :-D 

Am nächsten Tag haben wir eine Wanderung gemacht bzw. wollten - es waren ca 37 Grad und eine super hohe Luftfeuchtigkeit - die beiden Mexikaner haben nach ca 20 Minuten schlapp gemacht und die Neuseeländerin hat sich das alles luxiröser vorgestellt - gut für mich! So hatte ich für den ganzen Tag einne Guide für mich und habe wirklich viel gelernt. Wir sind fast 7 Stunden gewandert und haben soviel gesehn, dass der Platz hie rzum Aufzählen nict reichen würde -ein Highlight war ein roter Brüllaffe, der sogar ziemlich nah kam, da wir ebn nicht auf dem Pfad gelaufen sind, sondern einfach seinem Ruf hinterher. Danach sind wir zur Lodge zurück und nach dem Abendessen hat uns unser Guide gefragt, ob wir noch eine Nachtwanderung machen wollten - am Anfang war ich total überzeugt davon, aber als wir dann im Dschungel waren mit nur einer Taschenlampe und ohne Weg - das war wirklich eine der heftigsten Grenzerfahrungen, die ich in meinem bisheigen Leben gemacht habe.. Ich werde das wohl niemals vergessen.

Am nächästen Tag waren die Mexikaner mit ihren Nerven am Ende, denn in der Nacht waren in unserem Zimmer noch zwei Vogelspinnen und mehrere Fledermäuse. Wir sind also wieder nur zu zweit aufgebrochen und haben uns au den Weg zu den Einheimischen gemacht - dafür sind wir nochmal ca. 4 Stunden tiefer in den Amazonas gefahren. Das war sehr komisch, da wir an vielen Siedlungen vorbeikamen - und mir war zwar immer bewusst, dass es noch Menschen gibt, die im Dschungel leben, aber das war dan nochmal wirklich die Realität. Als wir dann bei dem Dorf meines Guides ankamen, wurde ich eher nicht so freundlich aufgenommen (was ich auch absolut verstehen kann) - die meisten haben leider nurTucanoan gesprochen, sodass mein Guide überstezne mussste. Schon beim Betreten des Dorfes ist mir ein kleines Mädchen mit einem Affen im Arm aufgefallen (sie war ca. 4 Jahre alt) - mein Guide miente dann, dass es ihr Haustier sei und de Affe seine Mutter verloren hat und sie nun mit ihrer Mutter verwechselt. Das war eine ziemlich komische Sitation, da der Affe schlafend auf ihrem Rücken mit herumgetragen wurde und es ihm scheinbaer nichts ausgemacht hat. Danach haben wir dan mit der Mutter meines Guides Yuca Brot gebacken und danach sind wir zum Dorfschaimenen, der eine typische Zeremonie mit uns durchgeacht hat. Das war auch wieder wie in einem Traum... sehr unreal und ich hätte wirklich nicht gedacht, dass ich das noch erleben werde und es das noch in der Form gibt. Wir haben uns dann noch gemeinsam mit den Brüdern von Jakob Curarepfeile gebaut, wobei diese heutzutage wirklich nur noch selten benutz werden. 

Am nächsten Tag sind wir dann noch weiter zu einem anderen Stamm gefahren, der aber sehr unfreundlich gegenüber uns war - und da nur manche Spanisch sprachen und der Großteil Kichwa konnte auch mein Guide nicht übersetzten, da seine Muttersprache ja Tucanoan ist. Das Dorf war wirklich sehr heruntergekommen und die Frauen hatten alle sehr aufgeblähte Bäuche - ob das nun aber von Unterernährung oder etwas anderem kam, wusste ich auch nicht. Während sie im vorherigen Dorf auch Hühner und andere Tiere hatten, gab es in diesem Dorf nichts - auch nur eine sehr sehr kleine Yucaplantage. Intressant war auch, dass es sich hierbei um ein aufgespaltetes Dorf handelte - d.h. beide Dörfer gehören einer Gruppe an und sind auch dieselbe Familie, jedoch möchte ein Teil nichts mit der Außenwelt zu tun haben und auhc nict an die Zivilisation und die andere Hälfte möchte gerne etwas näher an den Dschungelrand. Deshalb gibt es ganz oft Konflikte zwischen den beiden Hälften - oft auch mit mehreren Toten. Das war dann auch der Grund weshalb wir nach ca 2 Stunden wieder gegangen sind. 

Intressant ist auch, dass die Entwicklung der Stämme seehr weit auseinandergeht - während die einen Stromdurch Solarenergie haben und teilweise sogar Licht und ein Radio, so haben die anderen nicht einmal genug Kleidung, sodass die Kinder alle ohne Kleidung herumlaufen. Der erste Stamm bei dem wir waren (der Stamm von Jakob) war sehr weit entwickelt und hatte auch Hunde zum Schutz des Dorfes (die ale sehr gut genährt aussahen). Es gab genug Wasser und eine Toilette (ein Haus mit einem Loch). Der zweite Stamm hatte nur einen Balken im Wald und die Kochstelle war für 50 Leute sehr sehr klein. Die Häuser sind meist sehr sparsam eingerichtet - eine Holzhütte auf Stelzen (wegen dem Hochwasser in der Regenperiode) mit 7-10 Hängematten drin, je nachdem wie vielew Familienmitglieder es gibt. Zudem war intressant, dass jeder Stamm eine Art "Schlammgrube" besaß und als ich dann gefrag habe , wofür das sei, hat mich mein Guide ganz erstaunt angeschaut. "Ja - hier werden die Kinder geboren!" - ganz ohne Arzt oder Hebamme. Meist steht das ganze Dorf zusammen und hilft - das Kind fällt dann weich in den Schlamm. Und falls einmal tatsächlich jemand krank ist, dann gibt es ja noch den Schaiman - er trinkt eine Art Alkohol, die allerdings 2 Tage gegährt hat - dazu nimmt er noch eine verdünnte giftige Pflanze, die halluzinogen wirkt und auf diese Weise sieht er innerhalb eines rituellen Tanzes die Krankheiten der Patienten. 

 

mein Haus Baby Hundeschlange mein Guide + Schaiman + Curarepfeil meine Lodge Yuca Brot backen Yuca ernten schönes Dorf der Siona     und zu guter Letzt: eine Anaconda mit leerem Magen!

 

Würde gern jedes Bild mit Tiernamen und so weiter beschriften, aber habe gerade nicht sehr viel Zeit und muss jetzt schlafen, da ich moren wieder arbeiten muss. :-)

Villeicht kommen aber die nächsten Tage noch 1-3 Videos von der Nachtwanderung, der Schaimanenzeremonie oder anderen Dingen.

 

Hata Pronto!

Sandra 

Donnerstag, 11.09.2014

Napaykullayki !

Ok und schon wieder :-)

 

Heute habe ich mit meinem Chef ein bisschen Quechua für den Dschungel gelernt, da ich eine Nacht bei dn Siona und einen Abend bei den Huaorani verbringen werden. 

 Napaykullayki = hallo :-) 

Wir werden ca zu 5 sein und ich kenne noch keien meiner Mitreisenden, was mich verunsichert, aber auch freut :-D Es gibt hier viele Touren in den Dschungel, wobei die meisten zur Cuyabenolodge führen und dort auch bleiben - die Tour, die ich gebucht habe, ist eher selten genutzt und eher von jungen Touristen bis 50, da die Bedingungen schon sehr schlecht sind - das nächste Krankenhaus ist 7 Stunden entfernt und die Sanitäranlagen sind praktisch nicht vorhanden - wobei das nur für zwei Nächte ist, die anderen beiden werde ich auch im Cuyabeno-Gebiet verbringen. (hier 2 Nächte in der guten Lodge: http://www.tripadvisor.de/Hotel_Review-g303844-d1837826-Reviews-Samona_Lodge-Cuyabeno_Wildlife_Reserve_Sucumbios_Province.html) :-) 

Auf dem Seminar, auf dem ich mit meinem Chef war, ging es um verschiedene Arten von projektiven Tests - vor allem um den Test von Sacks (http://de.slideshare.net/apinilloss03/test-de-sacks)  und den HTP (http://en.wikipedia.org/wiki/House-Tree-Person_test). Ich lerne hier also sehr viel über Psychoanalyse - was so zielmich das absolute Konstrastprogramm zur Uni ist (in der Uni=null Psychoanalyse). Ich bin jedoch kein sondericher Fan von dieses Verfahren, da sie meiner Meinung nacxh absolut invalide sind und total subjektiv. Der erste Test von Sacks wird meist bei Kindern als Eingangstest verwendet und ist absolut typisch für Südamerika (deshalb auch auf Spanisch) - der zweite Test ist wohl "der" Psychanalysetest nach dem Rorschachtest - es geht darum dabei drei Bilder zu zeichnen (ein Haus, ein Baum und eine Person) - für jedes dieser Bilder hat man genau 8 Minuten Zeit (nicht mehr und nicht weniger!) - danach werden Fragen zu jedem einzelnen Bild gestellt. Absolut sinnlos sind jedoch meiner Meinung nach die Interpretationen, denn hat man beispielsweise beim Haus die Gardinen vergessen, so kann dies ein Zeichen von "Exhibitionismus" sein.... 

Ansonsten hatten wir die "üblichen" Patienten (ADHS, Autismus, Intelligenzminderung, Stockholm-Syndrom, Enuresis, Enkopresis, Dyskalkulie, Dyslexie, Persönlichkeitstörungen, ect.).

ich wurde nun schon öfter gefragt, wo ich Spanisch gelernt habe und wieviel Spanisch man für so ein Praktikum "braucht". Ich hatte in der Uni ein halbes Jahr Spanisch und dann hier noch eine Wche Intensivkurs - das hat absolut (!) ausgereicht, sofern man ein paar Kenntnisse in Französisch und Latein hat geht es Ruck Zuck. Latein hilft bei der Grammatik und Französisch bei den Wörtern und dadurch, dass man jeden Tag spricht, fängt man irgendwann auch an, in spanischen Sätzenzu denken. Mein Spanisch ist nun auch absolut nicht gut, aber ich kann mich verständigen :-) 

Das sind Physalis-Früchte - die gibt es auch in Deutschland (normalerweise mit kleinen Blätter dran), allerdings kosten sie in Deutschland sehr viel und hier bekommt man den Becher für 50 cent (also 20 Eurocent). 

Zudem habe ich noch Taxo gegessen (habe leider kein Foto davon, also muss Google herhalten: https://www.google.de/search?q=taxo&es_sm=122&qscrl=1&biw=911&bih=421&source=lnms&tbm=isch&sa=X&ei=ufgQVNelCvf7sASZtYCAAQ&ved=0CAYQ_AUoAQ)  - man isst es normalerweise mit Naturjogurth und etwas Honig, allerdings finde ich, dass es auch damit wirklich bitter und ungenießbar scmeckt - nicht meins jedenfalls ;-)

 

Ich habe mich übrigens dzau entschieden, den kompletten Aufstieg zum Cotopaxi zu wagen - d.h. nicht nur zur Refuge Lodge, sondern den ganzen Weg nach oben. Ich habe nun so eine "Akklimatisierungsempfehlung" bekommen- das sind einige Übungen, die man jeden Tag drei mal machen sollte. Falls es nicht klappt (was ich glaube), dann habe ich immer noch einen personalisierten Guide nur für mich, der mi mir wieder runter geht. Der Aufstieg beginnt dann um 12 Uhr nachts und geht ca 6 Stunden , sodass man bei Sonnenaufgang oben ist- ja, ich bin gespannt :-) 

So - und nun werde ich mich wohl erst wieder nach dem Dschungel melden.

 

Hasta pronto! Si se puede!

Sandra

 

Mittwoch, 10.09.2014

ich bin zurück!

Hallo zusammen,

 

nun habe ich mich ja ziemlich lange Zeit nicht gemeldet - aber irgendwie habe ich auch kaum eine freie Minute...:-D Vorab: ich habe keine Zeit zum Bilder sortieren oder gut bearbeiten - deshalb kommen jetzt einfach die erstbesten und meine Rechtschreibung & Grammatik sollte im Folgenden auch nicht beachtet werden :-). 

 

Zuerst einmal waren wir auf dem Piccincha - der Vulkan der hier direkt in Quito ist. Man kann dort mit einer Seilbahn "hochfahren" - ich habe Flugangst, aber das war schlimmer als jeder Flug - die Kabine war so groß wie ich selbst und die Auffahrt war mehr als gruselig ...vor allem da 4000 Meter unter mir lagen..

    

 

Letzte Woche sind wir zum Äquator (+ Vulkankrater Pululahua)  und auf ein Konzert von Chico Trujillo im Carolinapark und danach gab es nochmal eine Barbecueparty von meinem Chef (es gab einfach alles! Von Austern über Guacamole bis hin zu selbstgemachten Kochbanenen - die ich in Deutschland nun täglich essen werde :-D). Sonntagsabends sind wir noch richtig "schick" ecuadorianisch Essen gegangen (schick = 10 Dollar für alles) und danach sind wir noch in die Altstadt gefahren und haben eine heße Schockolade mit Käse (hier üblich und super lecker) und einen Canelazo bei Live-Musik genossen (=wirkliches Südamerikafeeling). 

 

    Der Krater Pululahua schick Essen  schickes Essen Kochkursdas Ergebnis Empanadas selbst machen

traditionelle Käsesuppe

Diese letzte Woche war ich dann mit meinem Chef auf einem Seminar und wir hatten nur einen wirklich "interessanten" Patienten, wobei schockierend besser passen würde. Ein 16 jähriger Junge mit einer antisozialen Persönlichkeitsstörung - er hat seiner Mutter das Nasenbein zerschlagen und tötet Katzen auf brutalste Art und Weise - zudem hat er zwei kleine Mädchen vergewaltigt. Die Art und Weise wie uns der Mensch gegenübersaß - seine heulende Mutter nebenan, war wirklch furchteinflößend. Er hat dann ziemlich starke Medikamente verschrieben bekommen und es wird auch überlegt ihn in eine "Anstalt" (hier: Gefägnis) zu überweisen. Bei einer Persönlichkeitsstlrung steht Heilung auch eher an zweiter Stelle (wobei es ziemlich wahrscheinlich keine geben wird)- zuerst einmal wird geschaut, dass keine Drittpersonen geschädigt werden. An dieser Stelle habe ich wieder kurz an meinem Berufswunsch gezweifelt, aber mit sowas wird man wohl hin und wieder konfrontiert.

Dieses Wochenene hat dann erst einmal all meine Ewartungen von Ecudor übertroffen- wir (Ich und meine Mitbewohner) haben uns spontan entschieden an die Küste zu fahren (denn eigentlich wäre ich auf den Cotopaxi gefahrhen). Wir sind dan Freitag-Abends mit dem Nachtbus 10 Stunden nach Puerto Lopez gefahren und von dort aus mit einem Boot auf die "Isla de la Plata" (wird auch Mini Galapagos genannt). Was wir dort gesen haben und auch auf dem Weg dorthin kannman nicht in Worte fassen, deshalb lasse ich Bilder für sich sprechen :-) 

Am Abend sind dann noch zwei von uns weiter nach Montanita zum Feiern gefahren (nochmal eine Stunde Busfahrt). Montanita ist sozusagen das "Amsterdam" von Ecuador - dort wird offen Mariuhana geraucht und an jeder Ecke Space Cakes verkauft - das Feeling dort ist einfach einzugartig - überall läuft Musik und es gibt frische Cocktails (mit frischen Früchten!!) - und die Menschen tanzen am Strand. Zudem ist Montanita eine Surfstadt und am nächsten Tag haben wir das auch gleichmal ausprobiert, sind aber gnadenlos gescheitert :-D Da gerade keine Hochsaison ist waren wir zu dritt im Surfcamp (Hostel Montanita Surf Camp) und hatten ein Guide zu dritt - leider hab ich nicht mehr als eine Sekunde auf dem Brett ausgehalten - aber immerhin konnte ich aufsehen!! :-D Das Wasser war 25 Grad warm und auch wenn es bewölt und windig war, hatte ich einen riesigen Sonnenbrand nach dem Surfen. 

Blaufußteupel am Strand gefunden Buckelwal   Schnorcheltour Stand in Montanita unser Hostel in Montanita

  

 

 

Insgesamt kann man sagen, dass das Leben an der Küste doch nochmal total (!) anders ist als in Quito selbst oder in Städten wie Mindo oder Banos. Die Menschen leben seeehr einfach und die Häuser sind meistens nich fertig gebaut - d.h. die Cocuh und der Fernseher stehen dann eben im Freien. Taxis gibt es auch nicht - aber man kann für 10 cent auf einem Fahrrad hintendrauf mitfahren - was wir dann auch wahrgenommen haben :-D

 

In der Nacht von Donnerstag auf Freitag  werde ich mit dem Nachtbus 12 Stunden nach Lago Agrio fahren, um von dort aus 2 Stunden weiter nach Cuyabeno und dann 3 Stunden mit dem Kanu in den Dschungel zu fahren. Damit geht ein Kindheitstraum für mich in Erfüllung, da ich schon seit ich denken kann in den Dschungel will, Nächste Woche folgt dann der Cotopaxi und dann geht es auch schon auf die Galapagosinseln :-) 

Die Tour in den Dscuhngel habe  ich selbständig im Reisebüro auf Spanisch gebucht. Ich habe ehrlich gesagt keine Ahnung ob man mich richtig verstanden hat, aber der Preis hat gestimmt. Außer, dass ich am Donnerstagabend an einer bestimmten Haltestelle sein muss weiß ich überhaupt nichts - es wird also lustig werden. 

 

Ich hoffe, dass ich in den nächsten Tagen noch 1-2 Früchte hochladen kann und noch etwas von meiner Arbeit hier erzählen kann.

"Los mejores perfumes vienen en botellas peguenas" (como Ecuador ;-)).

 

Hasta pronto!

Sandra

 

Freitag, 29.08.2014

trabajo y trabajo

...und wieder hallo!

meine "Vergiftung" wurde nicht so viel besser, also bin ich vor der Arbeit zu einer "Krankenstation" - leider wusste niemand was das ist und woher es kommt....

Bin dann trotzdem zur Arbeit, da heute Gruppentherapie anstand. Zuerst haben wir aber einen Intelligenztest mit der Asperger-Patientin durchgeführt (Raven APM-Test für die Psychologiestudenten) - es kam ein normaler IQ-Quotient raus. Danach haben wir mit drei Kindern eine Gruppentherapie durcheführt - jeder von uns hatte ein Kind und hat Fragen-Antworten geübt (wegen Koversationsproblemen) - wir werden hier von einigen Patienten/Kindern generell mit Doktor angesprochen - "Buenas doctora Sandra" :-D. Im Anschluss kam noch ein Crack + Alokohol-Abhäniger, der auch schon ziemlich heftig kriminell war. Mein Chef hat dann mit ihm ein Gespräch geführt (+ aversive Konditionierung) und ihm ein Medikament gegen den Alkoholkonsum verschrieben (Disulfiram = sofortiges Erbrechen bei Alkoholkonsum). 

Jeden Montag haben wir zusätzlich noch Supervision und lernen neue Verfahren und Tests (dürfen uns selbst aussuchen welche). Ich habe das Gefühle inneralb der Woche schon mehr von/über Psychologie gelernt zu haben als in 2 Jahren Uni v.a. was Gesprächstherapie/Psychoanalysis, Testverfahren und Psychopharmakotherapie angeht - die Uni ist doch sehr forschungsorientiert und theoretisch (wobei ich ohne diese Grundlagen hier gar nichts verstehen würde).

Was ich sehr überraschend finde, ist, dass hier sehr viele projektive Verfahren (z.B. Rorschach Test) angewendet werden - z.B. auch bei der Entscheidung, wann Gefangene freigelassen werden "können" - das ist in Deutschland eher undenkbar. .die kognitive Wende ist hier also eher noch im Kommen (z.B. Therapie nach Beck ist eher "neu"). 

Also als erstes Fazit der Woche kann man sagen, dass ich endlich einmal wirklich froh darüber bin, Psychologie zu studieren. Die Arbeit hier zeigt einfach, was Psychologie bringen kann (man sieht viele Erfolge und viele erfolgreiche Resozialisationsprozesse) und wie vielseitig, neu und interesannt die Behandlungsverfahren sein können/sind. Ich sehe endlich, was für ein toller Job hinter der ganzen Theorie an der Uni steckt!! :-)

Zudem ist mir nach zwei Wochen schon klar, dass ich noch einmal wiederkommen möchte - trotz Lebensmittelvergiftung und kalten Duschen ist Ecuador so ein vielseitiges und schönes Land und hat meine Erwartungen bis jetzt schon bei weitem (!) übertroffen. In manchen Teilen des Landes (z.B. Banos) - sieht es wirklich ein wenig aus wie "In einem Land vor unserer Zeit" - und man kann die Dinos regelrecht fühlen :-D. 

Auf der Heimfahrt hat mir meine Mit-Praktikantin (die schon mehr als 5 mal in Ecuador war) dann auch etwas über die Geschichte erzählt und es ist doch schon sehr intressant, was auch politisch hier für Prozesse vor sich gehen - Ecuador ist auf einem eher auftseigenden Ast im Gegensatz zu Kolumbien vielleicht (wirtschaftlich und politisch gesehen).

Was mir auch scho als weit verbreitetes Problem hier aufgefallen ist, sind die vielen Straßenhunde (es sind 10 mal soviele wie in manchen eurpäischen Urlaubsländern) - deshalb gibt es auch einige "Tötungsanalagen" - und ich muss sagen (Tierschützer werden mich nun verabscheuen) ..ich kann es ein wenig verstehen, denn es ist wirklich enorm und die Hunde haben keine natürlichen Feinde und verbreiten zum Teil Tollwut, gegen die es hier nicht immer kostenlos und sofort eine Impfung gibt. 

Morgen Abend gibt es eine Betriebsfeier und eine Barbecueparty, freue mich trotz meines kaputten Magens schon riesig :-D.  An sich gehe ich hier jeden Tag in einen Club an der Placa Foche - ich bin die einzige von menen Mitbewohnern die das macht, da jeder dazu unterschiedliche Meinungen hat. An sich kann nicht viel passieren, wenn man aufpasst. So sollte man kein Geld mitnehmen oder imme rnur in sichere Taxis steigen. Da ich nun schon viele Ecuadorianer kenne, ist das auch so in Ordnung, da sie mich immer begleiten und mir auch ein Taxi bestellen. Die Unterehaltuingen mit den Taxi-Fahrern nachts um 3 sind sowieso immer sehr lustig, da sie beständig nach meinem Ehemann oder nach dem Essen in Deutschlnad fragen. Ich unterhalte mich dann immer sehr gut auf der 30 minütigen Fahrt mit ihnen und sie begleiten mich immer zur Tür (das ist hier üblich, da Europäer meist direkt vorm Haus überfallen werden.)

Hier noch zwei Bilder

mein Mittagessen Schild von meiner Arbeitsstelle

Si se puede! Hasta Pronto! 

Donnerstag, 28.08.2014

los inconvenientes de la vida ecuatoriana

Hallo zusammen,

ja die letzen Tage kamen erstmal keine Früchte, da ich eine Lebensmittelvergiftung habe und etwas schlecht dahing. Generell wurde mir schon bei meiner Ankunft von allen prophezeit, dass es in der ersten oder zweiten Woche dazu kommen wird (wenn man wie ich auch außerhalb isst), aber dass es sich so schlimm auswirkt, hätte ich nicht gedacht - hatte nun zwei Nächte lang hohes Fieber und habe von meinem Chef heute zum Glück ein stärkeres Mittel bekommen... hoffen wir mal, dass es nun entgültig besser wird! 

Ansonsten hatte ich gestern frei und heute hatten wir eine Patienten mit dem Stockholm-Syndrom und ein kleines Mädchen, das zuhause geschlagen wird bzw. die Eltrn Alkoholiker sind (ein eher weiter verbreitetes Problem hier).Morgen werde ich dann ein wenig mehr davon berichten. 

Bald gehts dann auch an die Wochenendplanung, wobei dieses Wochenende wohl eher etwas weniger los sein wird, da ich mich schonen muss. 

 

Hasta Pronto! :-) 

 

Mittwoch, 27.08.2014

Video Rafting Rio Verde Banos

https://www.youtube.com/watch?v=1ah_uUNPBMg&feature=youtu.be

Dienstag, 26.08.2014

erster Arbeitstag

Zuerst noch ein paar Bilder:

hier wohne ich! Im zweiten StockJugos    Warum Maria ehren? so sieht es auf den ganzen Märkten aus nochmal Banos   Radtour in Banos

So nun zu meinem ersten Arbeitstag: Zuerst einmal bin ich super froh darüber in diesem Projekt gelandet zu sein! Heute hatten wir 3 Kinder und einen Erwachsenen als Patienten. Die Kinder hatten ADHS, Apserger und einer einen sehr niedrgen IQ und eine Sprachstörung - der andere Klient einen selektiven Mutismus bzw. eine soziale Anpassungsstörung. Die Klienten fahren teilweise über 2 Stunden mit dem Bus zu der Praxis, da es weit und breit die einzige öffentliche psychologische Praxis ist und wie gesagt sehr preisgünstig (1-5 $). Ich habe dann heute einen Gedächtnistest mit einem der Kinder durchgeführt und bei dem/der Asberger-Patienten geübt Fragen zu stellen und Antworten zu formulieren bzw. sich dabei in die Augen zu schauen. Das hat mit meinem Spanisch schon super gut funktioniert - es wirdvon Tag zu Tag besser! 

Wir (Ich und eine andere Psychologie-Studentin aus Berlin) bekommen auch die ganzen Patientenakten zu sehen - ich würde mal behaupten, dass das in einem Praktikum in Deutschland kaum möglich ist. Teilweise sind die Geschichten wirklich sehr schlimm - von Vergewaltung hin zu illegalem Schwangerschaftsabbruch mit dem Messer.. das möchte ich hier garnicht alles ausführen. Das heißt also, dass wir einen vollen Einblick in das Arbeitsleben bekommen und auch vom ersten Tag an mit in der Therapiestunde sitzen und protokollieren/testen/zuhören/interviewen. 

Mein Chef ist aus Uruguay und studiert nebenbei noch Medizin bzw. ist fast fertig, weshalb in der Praxis auch Medikamente verschrieben werden - allerdings besorgen sich die Patienten meist schon ohne einen Arzt/Psychologen irgendeine Art von Medikamenten, was zu Fehldiagnostiken und Missbrauch führt. 

Ein sehr häufiges Problem, das auch heute schon aufkam, ist das Thema "Schwangerschaftsabbruch". Mein Chef hat mir erklärt, dass es vor 3 Jareh eine Abstimmung gab und ca. 92% der Ecuadorianer gegen eine Legalisierung des Schwangerschaftsabbruchs gestimmt haben - das führt eben dazu, dass es auch in ärmeren Gegenden viele Kinder gibt und auch schon sehr junge Mütter. Es gehört einerseits zur Pflicht der Frau früh Kinder zu bekommen - auf der anderen Seite existiren jedoch auch einige Unwissenheiten über Abtreibung, denn so dachte beispielsweise eine Patientin, dass das Kind nach einer Abtreibung noch drei Stunden nach Atem ringt und vom Arzt einfach in die Mültonne geschmissen wird. Natürlich ist das Denken nicht überall so und die höhren Bildungsschichten stehen da bereits anders dazu, aber dennoch ist Schwangerschaftsabbruch - insbesondere nach Vergewaltungen - eine eher komplizierte Sache.

Die Praxis ist im Allgemeinen super gut eingerichtet und entspricht weitgehend (!) europäischen Standards - es arbeiten dort auch 2 deutsche Psychologinnen, die auch als Praktikantinen hier angefangen haben und hier geblieben sind :-). 

Ich habe wirklich auch schon vom erste Tag an den Eindruck, dass die Arbeit und meine Zeit dort etwas bringt und, dass Aufklärung geschaffen werden kann. Auch die Menschen in der Nachbarschaft sind sehr froh über diese Einrichtung.   

Ich freue mich schon auf die nächsten Tage und werde nicht von allen Fällen berichten - nur von den wichtigsten. 

Hasta pronto! :-)

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